Labor für psychologisch-medizinische Kollaborationsforschung

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Koronare Herzkrankheiten, Anpassungsstörung, Medikationsadhärenz und physische Aktivität – CAMP Studie

Koronare Herzkrankheiten sind für 13% der weltweiten Todesfälle verantwortlich. Kardiale Rehabilitation (KR) spielt nach akuten koronaren Syndromen eine wichtige Rolle in der Sekundärprävention. Diese Beobachtungsstudie untersucht, wie Patienten nach der KR ihren Alltag bewältigen. Wie erfolgreich sind die initiierten Gesundheitsverhaltensweisen (z.B. physische Aktivität, Medikationsadhärenz) im Alltag und inwieweit befolgen die Patientinnen und Patienten die Empfehlungen? Die Anwendung intensiver Längsschnittmethoden erlaubt einen detaillierten Einblick in die letzten sieben Tage der KR und in die darauffolgenden 21 Tage nach der KR. Nachbefragungen nach sechs und zwölf Monaten erweitern zusätzlich das Verständnis der möglichen Aufrechterhaltung.

Projektstatus: läuft
Kontakt: Tania Bermudez und Walter Bierbauer

 

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ARMin – Robotergestützte Schlaganfalltherapie

Schlaganfallpatientinnen und -patienten sind oftmals mit einer reduzierten Mobilität und dem Verlust der oberen Extremitätsfunktionen konfrontiert. Eine robotergestützte Therapie kann Betroffenen dabei helfen, die Funktion ihrer paretischen Arme zu verbessern. Diese Studie untersucht inwieweit von einem Schlaganfall betroffene Menschen ihre Behandlungsempfehlungen zuhause einhalten, beispielsweise inwieweit sie beide Arme für alltägliche Aktivitäten verwenden. In kumulativen N-of-1 trails mit einem experimentellen A-B-A-B Design erhalten die Patientinnen und Patienten sowohl eine robotergestützte Einzeltherapie (A) als auch eine dyadische robotergestützte Therapie (B). Die Armaktivität zuhause wird anhand von Akzelerometern am Handgelenk gemessen und die verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Variablen werden über Selbstberichte während fünf Wochen täglich erhoben.

Projektstatus: läuft
Kontakt: Walter Bierbauer

 

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Dyadisches Management von Diabetes (DyMand)

Diabetes mellitus Typ II (T2DM) ist eine verbreitete chronische Erkrankung. Um ihre Blutzuckerwerte zu senken müssen Betroffene den medizinischen Empfehlungen einer gesunden Ernährung, physischer Aktivität und Medikationsadhärenz im Alltag Folge leisten. Das Krankheitsmanagement wird dabei meist mit dem der Partnerin bzw. dem Partner geteilt und beinhaltet soziale Unterstützung und dyadische Bewältigungsmechanismen. Folglich entwickelten wir eine neue ambulante Messapplikation für die Open-Source-Verhaltensinterventionsplattform MobileCoach (AAMC). Diese Applikation nutzt objektive Sensordaten in Kombination mit Selbstberichten im Alltag der Paare. Unsere Studie verwendet ein intensives Längsschnittdesign mit zwei Phasen der Datenerhebung: Eine naturalistische Observationsphase von Paarkonversationen in Kombination mit einer experience sampling Phase und einer Beobachtungsstudie im Labor, wo Paare Themen im Zusammenhang mit ihrem Diabetes-Management diskutieren. Studienteilnehmende sind Paare mit  einer Partnerin/einem Partner mit einer T2DM-Diagnose.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

Projektstatus: läuft
Kontakt: Prof. Dr. Urte Scholz

 

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Medikationsadhärenz von Personen mit multiplen chronischen Erkrankungen (Multimorbidität)

Oftmals erfordern chronische Erkrankungen die Einnahme mehrerer Medikamente, was hohe Anforderungen an die Adhärenz der Betroffenen stellt. Diese Studie untersuchte 84 multimorbide Patientinnen und Patienten mit mehreren Medikationsverordnungen anhand drei monatlicher Fragebogenpanels. Eine zufällig ausgewählte Teilstichprobe füllte zusätzlich während 30 Tagen ein Tagebuch aus. Im Gegensatz zu anderen Studien fanden wir eine sehr hohe Medikationsadhärenzrate (d.h. die Medikation wird entsprechend der Verordnung eingenommen). Sowohl im Selbstbericht als auch in der objektiven Messung (elektronische Pillenschachtel) zeigte sich im Durchschnitt eine Medikationsadhärenzrate von über 90 Prozent. Dieses Projekt untersuchte anhand von intensiven Lämgsschnittmethoden zudem persönliche, soziale und situative Faktoren in Verbindung mit Medikationsadhärenz im Alltag.

Projektstatus: abgeschlossen in 2016
Kontakt: Walter Bierbauer