Neuromodulation und Angewandte Neuroplastizität

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Wie beeinflusst Tinnitus das Sprachverständnis?

An Tinnitus leidende Menschen berichten oft von Problemen im Sprachverständnis in geräuschvollen Umgebungen. Einige Studien haben bereits bestätigt, dass dies für Menschen mit Tinnitus besonders schwierig ist. Eine geräuschvolle Umgebung ist Teil des Alltags der meisten Menschen. Ob in einem Restaurant oder auf der Strasse, Hintergrundgeräusche erschweren das Verständnis gesprochener Sprache – vor allem mit zunehmendem Alter oder bei Hörverlust. In einer aktuellen Studie verwenden wir Elektroenzephalographie (EEG) bei Hör- und Verhaltenstests, um herauszufinden, in welchem Ausmass diverse Faktoren wie Tinnitus, Hörverlust und Kognition (z.B. Fähigkeit zur Aufmerksamkeitserregung) in das Sprachverständnis involviert sind und wie diese zusammen interagieren.

Projektstatus: läuft
Kontakt: Prof. Dr. Martin Meyer


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Tomographische Neurofeedback-Interventionen bei älteren Patienten mit chronischem Tinnitus

Chronischer Tinnitus ist eine Hörempfindung, die nicht durch ein externes akustisches Signal ausgelöst wird, sondern durch eine Selbstaktivierung des Hörsystems verursacht wird und von Betroffenen als ein reales, oft extrem stressbehaftetes Geräusch wahrgenommen wird. Wir verwenden Neurofeedback, um die anomalen neuralen Signaturen zu überschreiben, die mit der Tinnitus-Wahrnehmung zusammenhängen. Durch die innovative Methode des tomographischen Neurofeedbacks können die kortikalen Regionen, die anhand einer Kombination von Neurofeedback mit der EEG-Quellenschätzung spezifisch gekennzeichnet wurden, ins Auge gefasst und deren Aktivität spezifisch modifiziert werden.

Projektstatus: läuft
Kontakt: Prof. Dr. Martin Meyer


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Neuromodulations-Interventionen bei Patienten mit chronischem Tinnitus

Zusätzlich zur akustischen Stimulation und zum Neurofeedback wird die aktive Gehirnstimulation (Neuromodulation) an der Kopfoberfläche als dritte effektive Methode zur Abschwächung von chronischem Tinnitus postuliert. Eine beträchtliche Anzahl von Studien wurde bereits durchgeführt, die diverse Ansätze zur transkranialen magnetischen Stimulation und transkranialen elektrischen Stimulation (schwache, kaum wahrnehmbare und harmlose elektrische Ströme) verwendeten – mit unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Resultaten. Der Erfolg der Behandlung schien dabei stark von den ausgewählten Tinnitus-Subtypen sowie von den Stimulationsprotokollen und -zusammenstellungen abzuhängen. In einer laufenden Studie testen wir deshalb die Effektivität eines innovativen Protokolls basierend auf einem etablierten Tinnitus-Netzwerkmodell des Gehirns. Wir erwarten, die progressive Chronifizierung von Tinnitus bei Menschen, die seit langer Zeit nicht unter Tinnitus gelitten haben, abzuschwächen.

Projektstatus: läuft
Kontakt: Prof. Dr. Martin Meyer

 

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Sprachverständlichkeit und -wahrnehmung bei älteren Erwachsenen in Interaktion mit Altern, Kognition, Tinnitus und Hörverlust

Dieses Forschungsprojekt verwendet bildgebende, behaviorale und audiometrische Methoden, um das Ausmass der Beeinträchtigung der Sprachverarbeitung bei Menschen mit diversen Formen von Hörverlust und chronischem subjektivem Tinnitus zu untersuchen. Genauer wird die Untersuchung des zentralen Hörverlusts fokussiert. Dafür kombinieren wir strukturelle Magnetresonanztomographie, behaviorale und audiometrische Masse sowie Elektroenzephalographie. Zudem wird die Effizienz eines multisensorischen Sprachtrainings für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung evaluiert.

Projektstatus: läuft
Kontakt: Prof. Dr. Martin Meyer

 

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Die Wichtigkeit spektraler und temporaler Information für die Sprachverarbeitung in Abhängigkeit des altersbezogenen Hörverlusts

Die abnehmende Integrität und Funktion des auditorischen Systems resultiert in Problemen beim Verstehen gesprochener Sprache und folglich in Schwierigkeiten bei der Teilnahme an Konversationen und in einer reduzierten Lebensqualität. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit eines Hörverlusts zwangsläufig mit dem Alter an. Der Fokus dieses Forschungsprojekts liegt auf den Veränderungen in der Verarbeitung akustischer Information über die Lebensspanne als Funktion des alternden Gehirns.

Projektstatus: abgeschlossen in 2018
Kontakt: Prof. Dr. Martin Meyer